Grippe- und Terminbedingt mussten wir einige der Pressescreenings der Shorts ausfallen lassen, gemeinsam hat unser Team es nach Block I vorerst nur noch zum Programm IV geschafft, dem wir hier nun noch ein paar Kurzkritiken widmen wollen.
Short Verdict - Die Kurzfilme in unserer Kurzkritik:
Fragen an meinen Vater | Questions to my Father | Fragen an meinen Vater von Konrad Mühe aus Deutschland
Ein sehr berührender Found-Footage-Film vom Sohn des verstorbenen Schauspielers Ulrich Mühe (Das Leben der Anderen). Konrad Mühe gibt anhand von Zusammenschnitten zahlreicher Einstellungen aus unterschiedlichen Filmen seines Vaters Einblicke in seine Gedankenwelt rund um die offensichtlich allzu distanzierte Beziehung zwischen den beiden zu Lebzeiten Ulrich Mühes. Das Ergebnis dieser Flickenarbeit ist alleine deswegen schon sehr faszinierend, da man das Gefühl bekommt, all die unterschiedlichen Rollen des Vaters würden die Fragmente der echten Person dahinter darstellen, die in der Kombination dieses Films auf Fragen antworten können, welche der Sohn offenbar zuvor nicht beantwortet bekam. - Wobei all das nun auch nur unsere Gedankenkonstrukte als Zuschauer sind, ohne (zum jetzigen Zeitpunkt) mit Konrad Mühe persönlich über die wahren Hintergründe gesprochen zu haben. Apele Tac | Silent River | Stille Wasser von Anca Miruna Lazarescu aus Rumänien
Zwei Rumänen planen im Jahre 1986 die Flucht durch Jugoslawien bis nach Deutschland. Ein lebensgefährliches Vorhaben, nicht nur weil an der Grenze mit scharfer Munition geschossen wird. Neben einer Kontrollstation wartet auch noch die Donau als Hindernis auf die beiden, denn der Weg ins erhoffte bessere Leben muss zwischenzeitlich schwimmend fortgesetzt werden. Das ohnehin schon riskante Unterfangen wird noch einmal erschwert, da einer der Männer seine schwangere Frau um keinen Preis der Welt zurücklassen wollte. Silent River ist ein Flüchtlingsdrama voller Spannung und sehr natürlich wirkender Inszenierung, die gerade in den Wasserszenen jede Menge Budget und Aufwand hinter der Kamera erahnen lässt. Wenn man den Drehbuchstoff in ähnlicher Form nicht schon so häufig gesehen hätte, wäre der Film auch in diesem Bereich ohne jeden Makel gewesen.
Planet Z | Planet Z | Planet Z von Momoko Seto aus Frankreich
Bei den Berlinale Shorts gammelt es, aber auch nur dank Planet Z! Der Film erweckt den Eindruck einer Mischung aus Stop-Motion-Szenen und komplett Computergenerierten Bildern, wobei man sich aufgrund der optischen Brillanz nie ganz sicher sein kann, was echt ist und was aus dem Rechner kommt. Entsprechend fasziniert Planet Z bis zum Schluss mit einer ständig in Bewegung befindlichen Mikrokosmoswelt, deren großes Ganzes erst ganz zum Schluss auf herrlich amüsante Weise enthüllt wird. Trotz allem ist dieser Beitrag gänzlich etwas fürs Auge, inhaltlich unserer Meinung über die volle Distanz hinweg nicht ganz so fesselnd.
La Calma | The Calm | Die Stille von Fernando Vílchez Rodríguez aus Peru
Pera Berbangê | Arpeggio Ante Lucem | Arpeggio Ante Lucem von Arin Inan Arslan aus der Türkei


