Montag, 18. Oktober 2010

2010 - Das große Jubiläum

Im Jahre 2010 ist Short Talks nicht nur zu einer waschechten Trilogie gereift, auch die Berlinale an und für sich hatte großes zu feiern. Zum nunmehr 60. Mal wurden die Internationalen Filmfestspiele Berlin ausgetragen, was schon Wochen vorher auf Plakaten in der ganzen Stadt kaum zu überlesen war. Lucien Noé, der neu zum Team gestoßene James Aman Berdimurat und ich sahen uns bei unserem vielen Hin und Her zwischen Kino, Interviews und unserer heimischen Zentrale in der Pfalzburger Straße allerdings noch viel öfter mit großen Schneemassen auf allen Straßen und Wegen konfrontiert. Ja, was 2009 noch ein erwähnenswertes Ereignis einer einzelnen Nacht war, stellte während der Berlinale 2010 den kalten Alltag dar. Kazik Radwanski und Daniel Montgomery (waren beide erneut mit einem Kurzfilm im Wettbewerb vertreten) scherzten vielsagend, sie würden sich im verschneiten Berlin wie in ihrer kanadischen Heimat vorkommen. Bloß, dass man da täglich die Gehwege freischaufeln würde...


Dan Montgomery, Kaz Radwanski / 2010
Dan und Kaz waren übrigens nicht die einzigen Wiederholungstäter bei den Berlinale Shorts 2010. Der Rumäne Paul Negoescu machte den Hattrick perfekt, er war bereits zum dritten Mal hintereinander im Wettbewerb dabei (ging letztendlich jedoch erneut ohne Bären in der Hand nach Hause). Aber auch andere Filmmaker, so wie Shelly Silver und Myroslav Slaboshpytskiy, könnten langjährigen Berlinale-Fans mit ihren Werken nicht nur in der Kurzfilmsektion schon einmal begegnet sein. Trotzdem durften aber natürlich auch junge Regisseure wie Jenna Bass und Jan Soldat ihre teils mal wieder sehr mutigen, geradezu tabulosen Schöpfungen vor großem Publikum zur Schau stellen. Nicht zuletzt Jans in der Öffentlichkeit heftig diskutierte Dokumentation "Geliebt" sorgte dafür, dass die Komposition des Shorts-Programms 2010 mit Sicherheit die kontroverseste, aufregendste, aber auch bunt gemischteste der letzten drei Jahre war. Umso illustrer und kontrastreicher fiel dieses Mal auch unsere Zusammenstellung der für Short Talks ausgewählten Filmemacher aus.

Ruben Östlund / Goldener Bär 2010
Auch die Drehorte von Short Talks wurden noch ausgefallener. Mal saßen wir auf einer Dachterrasse, mal mitten in der Disco während der After Show Party und dann wieder in einem gemütlichen Café. Die wechselnden Schauplätze in authentischem Ambiente, eines der Markenzeichen der Interviewserie, wurde von uns wohl kaum zuvor so sehr ausgereizt. Trotzdem spielte sich nach wie vor alles in Schlagweite zum Potsdamer Platz ab, wo sich die Berlinale Shorts und auch der sonstige Kern des Festivals Jahr für Jahr in ihren Quartieren und Kinos einfinden. Letztere wurden erstmals ausführlicher eingeblendet, nicht zuletzt bei Mitschnitten der großen Preisvergabe für die besten Kurzfilme des Festivals, die ebenfalls zum ersten Mal in Short Talks quasi hautnah aus dem Publikum heraus mitgefilmt wurden.

Short Talks 2010


2010 erweiterten wir das "Short Talks"-Franchise außerdem um am Rande entstandene Bonusformate, welche zum einen einen kleinen Blick hinter die Kulissen der Berlinale Shorts lieferten, zum anderen aber auch den Fokus auf einzelne Regisseure und deren Interviews in Langform setzen sollten. Sowohl Short Talks Backstage - The Girls (mit Maike Mia Höhne, Nicole Stecker und Dagny Kleber im Büro der Berlinale Shorts) als auch Short Talks PURE (bisher mit Ruben Östlund) finden sich im offiziellen YouTube-Kanal von Short Talks. Im Zuge dieses Blogs werden bis zur Berlinale 2011, von der aus hier selbstverständlich "live" berichtet wird, auch noch weitere Einzelspecials zu Interviewpartnern des letzten Jahres veröffentlicht.

Das soll es jetzt aber erst mal mit der großen Retrospektive unseres Doku-Projekts gewesen sein, denn von nun an wird dieses Blog in erster Linie die aktuellen Entwicklungen rund um Short Talks beleuchten. Link-Vorschläge für unsere Infoleiste rechts sind übrigens immer willkommen und wir würden uns auch sehr freuen, wenn alle begeisterten Kurzfilmfans bzw. alle die es werden wollen in Blogs, Pausengesprächen, an Klotüren,... ja wo auch immer auf unser Angebot aufmerksam machen.

Wir lieben die Berlinale Shorts! Es liegt uns sehr viel daran, diese kleine, feine Sektion der Berlinale so vielen Menschen wie möglich ans Herz zu legen und allen "Mit-Infizierten" über den Kinogang hinaus etwas von dem einzigartigen Flair mit nach Hause zu geben, das wir jedes Jahr im Februar zusammen in Berlin erleben dürfen.